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|  | MELDUNG: Essen-Bochold, 18. Januar 2007
 |  | | Gudrun Reise, Ratsfrau für Bochold
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|  |  | Die traurige Geschichte des Bethesda-Krankenhauses ist um ein trauriges Kapitel länger geworden. Aufgeschlagen hat es SPD-Ratsfrau Gudrun Reise. Für sie ist es ein »Skandal«, dass in dem unbewachten und unverschlossenen Klinikgebäude Patientenakten offen herumlagen.
»Sogar Unterlagen über Schwangerschaftsabbrüche konnten problemlos eingesehen werden«, sagte Gudrun Reise den BN am Mittwoch. Und: »Gestern wurde hastig alles weggeholt.«
Bis Ende des Jahres war die Klinikpforte an der Bocholder Straße noch besetzt. Jetzt sitzt dort niemand mehr. Der Eingang zum ehemaligen Krankenhaus steht aber tagsüber weiter offen, weil die Röntgenpraxis von Dr. Theo Plajer im Erdgeschoss weiter arbeitet.
Und so konnte auch am Mittwochmorgen jeder, der mochte, durch die verwaisten Flure der seit sechs Monaten »stillgelegten« Klinik streifen. »Ein Wachdienst arbeitet hier nur nachts und an den Wochenenden«, sagt Dr. Plajer und verweist auf einen Raum voller Kartons: Röntgen-Unterlagen, die nach Aussage des Arztes auf gar keinen Fall auf diese Art und Weise gelagert werden dürften.
Sich selbst bezeichnet der Radiologe als »unverbesserlichen Optimisten«. Und so hat er nach eigenem Bekunden die Hoffnung nicht aufgegeben, mit dem Klinik-Management zu einer Einigung zu gelangen. Wie berichtet, läuft der Mietvertrag für die radiologische Praxis noch bis Ende Mai 2008. Doch schon Ende Oktober 2006 sollte Plajer nach dem Willen der Bethesda-Geschäftsführung das Haus verlassen. »Ich würde gehen, aber nur, wenn das Bethesda den Umzug bezahlt«, sagt der Arzt. Doch mit der Klinik-Geschäftsführung gebe es ein »Kommunikationsproblem«.
Zwar seien die Telefone in Betrieb, räumt Plajer ein, auch Heizung und Strom seien nicht abgestellt worden. »Aber ich weiß nicht, wo ich meinen Müll deponieren soll«, klagt der Radiologe - und weist auf verschlossene Abfallcontainer im Klinik-Hinterhof.
Gudrun Reise gerät bei dem Anblick in Harnisch: »Es darf nicht sein, dass ein solcher Komplex sich selbst überlassen bleibt. Deshalb ist die Diakonie Essen immer noch in der Verantwortung, geordnete Verhältnisse zu schaffen.«
Ein »wichtiger Schritt zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung in Borbeck« sei das angedachte Facharztzentrum mit Tagesklinik auf dem Gelände des Bethesda, unterstreicht die Ratsfrau zum wiederholten Mal. Laut Dr. Plajer gibt es zahlreiche niedergelassene Ärzte, die dieses Projekt tragen würden. Die Bethesda-Geschäftsführung bestreitet das bekanntlich und plant, auf dem Klinikgelände Wohnungen zu bauen.
Das Bethesda wird nicht als Ausweichquartier für die in Renovierung stehende Dürerschule dienen. Eine Anfrage der städtischen Immobilienwirtschaft wurde nach BN-Informationen abschlägig beschieden.

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