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|  | DR. ERNST SCHMIDT - 100 JAHRE SPD IN BORBECK
 |  | | Beim "Deutschen Jupp" an der Niederstraße, der heutigen Marktstraße, trafen sich 1901 die Borbecker Sozialdemokraten. Im vierten Haus von links.
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|  |  | Stadthistoriker Dr. Ernst Schmidt hat für die Borbecker Nachrichten die Geschichte der SPD in Borbeck recherschiert.
Bis zum Krieg war das Zentrum stärkste Kraft in Borbeck.
Die Geschichte der deutschen Sozialdemokratie beginnt am 23. Mai 1863. An jenem Tag gründete Ferdinant Lassalle in Leipzig den "Allgemeinen Deutschen Arbeiterverein" (ADAV). Unter Federführung von August Bebel und Wilhelm Liebknecht wurde sechs Jahre später in Eisenach die "Sozialdemokratische Arbeiterpartei Deutschlands" (SAPD) gegründet. Beide Parteien vereinigten sich im Mai 1875 zur "Sozialistischen Arbeiterpartei Deutschlands" (SAPD). Gegen diese Partei richtete sich das "Gesetz gegen die gemeingefährlichen Bestrebungen der Sozialdemokratie". Im Oktober 1878 vom Reichstag verabschiedet, blieb es bis September 1890 in Kraft. Das so genannte Sozialistengesetz konnte die Sozialdemokraten zwar behindern, aber nicht - wie beabsichtigt - zerschlagen. Auf dem Parteitag im Oktober 1890 in Halle formierte sich die Partei neu unter dem Namen, den sie bis heute trägt: Sozialdemokratische Partei Deutschlands. Elf Jahre später, im Herbst 1901, kam es zur Gründung einer SPD-Ortsgruppe in der Bürgermeisterei Borbeck. Der große Kontrahent der SPD in Borbeck war bis 1933 die 1870 gegründete katholische Zentrumspartei. Bald nach ihrer Gründung fasste sie in Borbeck festen Fuß. Stark beeinflusst von der katholischen Arbeiterbewegung, blieb sie hier bis 1933 stärkste Partei. In der Umgangssprache waren die einen "die Roten", die anderen "die Schwarzen". Die Roten erstrebten den Sozialismus, die Schwarzen traten ein für Wahrheit, Freiheit und Recht auch christlicher Grundlage. Sozialdemokraten gab es aber nicht erst seit 1901 in Borbeck. Als am 23. Juni 1867 in Essen der "Allgemeine Deutsche Arbeiterverein" beim Wirt Müller in der Kastanienallee sein Stiftungsfest feierte, waren Männer aus dem gesamten Landkreis Essen dabei. Auch aus der damals noch selbstständigen Bürgermeiserei Borbeck waren sie gekommen. Frauen besaßen zu diesem Zeitpunkt weder das Wahlrecht noch durften sie politischen Vereinigungen beitreten. Die Gründung des Allgemeinen Deutschen Arbeitervereins im Kreis Essen erfolgte kurz vor der für den 31. August 1897 angesetzten Wahl zum Norddeutschen Reichstag. Die Bürgermeisterei Borbeck gehörte zu diesem Zeitpunkt zum Wahlkreis Essen. Zum ersten Mal trat jetzt hier ein Arbeiterkandidat an. Es war der Sozialdemokrat und ADAV-Sekretär Wilhelm Hasenclever aus Halver im Sauerland. Er ereichte in der Stadt Essen auf Anhieb 35 % der Stimmen, im gesamten Wahlkreis reichte es allerdings nur für 27,1 %. Damit lag Hasenclever jedoch immerhin hinter dem konservativen Essener Landrat Leopold Devens an zweiter Stelle.
Fortsetzung: Arbeiter sollen nicht wählen Sozialdemokraten stehen zu streikenden Kumpels
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